Halvar
Im Süden, wo die Welt am ältesten ist, fällt in einer einzigen Nacht eine Mauer, die dreihundert Jahre gehalten hat. Dahinter wartet die Unterwelt — denn die Götter, die sie einst zurückdrängten, verblassen. Die Geschichten werden seltener erzählt, die Namen seltener gerufen. Und die Toten hören nie auf.
Weit im Norden, in einem Dorf, das keine Karte kennt, kniet ein Zimmermann auf einem Dach und treibt einen Keil zwischen zwei Balken. Halvar weiß nichts von der Mauer. Er weiß nur, dass der Winter zu früh kam — und dass sein Hammer ein Geräusch macht, das zu schnell verstummt.
Dann tritt ein weißer Wolf aus dem Schnee. Ein Wächter der Grenze zwischen Lebenden und Toten, der selbst nicht eingreifen darf, ohne aufzuhören zu sein, was er ist. Er braucht eine Hand in der Welt. Und er hat sie nicht unter Kriegern gesucht, sondern bei einem Mann, der Dinge zusammenfügt, statt sie einzureißen.
Niemand wird ihn suchen. Niemand wird ihn für wichtig halten. Und vielleicht ist das genau der Grund, warum er die Welt retten könnte, wo alle anderen gescheitert sind.
Das Epos des Hauses
Halvar ist auf acht Bände angelegt. Halvar und der weiße Wolf entsteht gerade — wer frühe Kapitel, Konzept-Art und Einblicke in den Weltenbau lesen will, findet sie im Newsletter und in der Werkstatt.